Jobsuche im Wandel der Zeit
Im Laufe der letzten paar Jahre hat sich die zwischenmenschliche Kommunikation durch E-Mail, Chats und Social Communities wie Facebook stark verändert. Bei der Jobsuche ist eine versendete Bewerbung nichts anderes als die Kommunikationsaufnahme mit einem Unternehmen.
Der Weg der Kontaktaufnahme bei Bewerbungen und die allgemeine Herangehensweise unterscheiden sich jedoch nicht sonderlich von dem Prozess von vor 10 Jahren. Gut, man sucht nicht mehr in der Zeitung nach Stellenangeboten und man versendet die Bewerbung meist per E-Mail, aber damit enden auch schon die Unterschiede von damals und heute.
Was viele nicht wissen: Es gibt heute viele Wege und Möglichkeiten, Stolpersteine im Internet aus dem Weg zu räumen. Nutzt stattdessen die Vorteile! Der erste Schritt dorthin ist der Wille zur Veränderung.
Neue Wege gehen – Web 2.0 nutzen
Das Internet, vielmehr das Web 2.0 eignen sich hervorragend dazu, die eigenen Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen. Wir möchten Euch heute einige Beispiele aufzeigen, wie Ihr diese neuen Medien kreativ nutzen könnt, um Arbeit zu finden.
Chance Nr.1: Twitter
Vielleicht habt Ihr ja bereits von dem neuesten Internetphänomen Twitter gehört, bei dem man Statusnachrichten in knapper Form an alle interessierten Leute senden kann. Die Nachrichten der Twittergemeinschaft können über eine eigene Suche gefunden werden. Internetseiten wie JobTweet durchsuchen relevante Tweets (so werden die Nachrichten genannt) nach Jobangeboten. Der Vorteil: Oft “fängt der frühe Vogel den Wurm” bzw. “Wer zuerst kommt, mahlt zuerst”.
Twitter lässt sich aber auch dazu nutzen, Arbeitgeber darauf aufmerksam zu machen, was man auf dem Kasten hat und dass man derzeit einen Job sucht. So könnte ein arbeitsloser Journalist z.B. Links zu selbst geschriebenen Artikeln twittern , die als Arbeitsproben angesehen werden. Ein anderes Beispiel wäre ein arbeitssuchender Webdesigner, der auf seine erfolgreichen Projekte verweist.
Chance Nr.2: Blogs
Ähnlich wie bei der Vorgehensweise mit Twitter kann man einen eigenen Blog erstellen und seine Erfahrungen bei der Jobsuche niederschreiben. Auf einer persönlichen Ebene kann über Ängste, Erfolge und allgemeinen Beobachtungen gebloggt werden – eben alles, was einen während der Jobsuche beschäftigt. Auf einer Unterseite können für interessierte Unternehmen Lebenslauf und Zeugnisse hinterlegt oder auf Anfrage angeboten werden.
Die Vorteile einer solchen Methode liegen auf der Hand: Durch die Öffentlichkeit solcher Blogs werden viele Menschen auf das persönliche Schicksal aufmerksam. Unter diesen Leuten sind möglicherweise auch Personaler oder Leute, die Personaler kennen. Außerdem ist man dadurch, dass man seine Jobsuche öffentlich macht, unter Druck, die Zügel nicht schleifen zu lassen und alles dafür zu geben, erfolgreich zu sein.
Einen etwas ältereren, aber immer noch aktuellen Artikel zum Thema findet Ihr z.B. bei der Süddeutschen. Kostenlose Blogs kann man z.B. bei www.wordpress.de und www.blogs.de erstellen.
Chance Nr.3: Youtube
Ein schönes Beispiel, wie man Videos dafür nutzen kann, um auf seine Arbeitslosigkeit aufmerksam zu machen – ein Video des Filmemachers Ross Chinn, das seit einigen Tagen durch die Welt des Internets kursiert. Um seine Fähigkeiten bei der Videobearbeitung zu demonstrieren, hat sich Ross hingesetzt und ein beeindruckendes Video erstellt und auf seinem Blog veröffentlicht. Unter dem Video ist eine kleine Anmerkung, dass er “derzeit übrigens auf Jobsuche” sei.
Death Cab for Cutie – Little Bribes from Ross Ching on Vimeo.
Ein möglicher anderer Ansatz wäre es z.B. wenn ein arbeitsloser Koch seine Kochkünste per Video aufnimmt und potenzielle Arbeitgeber direkt anspricht und auf ein Probeessen einlädt. Der virale Effekt eines solchen Videos kann im Internet gewaltige Ausmaße annehmen. Der Aufwand ist zwar verhältnismäßig hoch, aber “wer nicht wagt, der nicht gewinnt”.
Chance Nr.4: Facebook, StudiVZ & Co
Das erste, was Personaler heute bei einem geeigneten Kandidaten machen – den Namen googeln. Nicht nur bei Google werden Infos über Euch erscheinen, auch bei Facebook, StudiVZ und anderen Social Communities, bei denen Ihr mit dem richtigen Namen angemeldet seid, wird man Euch finden und Dinge über erfahren, die der Personaler besser nicht wissen sollte. Schaut doch mal bei www.yasni.de vorbei – Ihr werdet erstaunt sein, was das Internet alles über Euch weiß.
Aber dieser Artikel soll dazu dienen, sich solche Plattformen zu Nutze zu machen und bewusst mit dem Wissen des forschenden Personalers zu spielen.
Die allseits beliebten Gruppenzugehörigkeiten in Social Communities können sehr gut fürs Selbstmarketing genutzt werden. Sucht man eine Stelle als LKW-Fahrer kann man doch einfach einer Gruppe beitreten mit einem Namen wie “Ich fahre für mein Leben gern LKW”. Oder eine jobsuchende Kindergärtnerin tritt der Gruppe “Ich bin kinderlieb” bei. Statt Bilder im Profil zu haben, die einem bei der letzten Party mit einem Drink in der Hand zeigen – lieber Bilder des letzten Museumbesuchs veröffentlichen. Das zeigt kulturelles Interesse. Bei den Interessen kann man jobverwandte Hobbys und Freizeitaktivitäten unterbringen und bei dem Feld “Suche nach…” nicht nur Partner oder Partys, sondern auch mal “Job” mit angeben.
Wie Ihr seht, ergeben sich etliche Chancen, das “neue Web” zu nutzen, um seine Erfolgschancen auf einen Job signifikant zu steigern. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt!




Leser-Kommentare (3)
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Jan Kirchner Donnerstag, 18. Juni 2009
Hallo Stephan,
Twitter entwickelt sich tatsächlich zu einer ernst zu nehmenden Plattform für die Stellensuche. Die Zahl deutschsprachiger Jobtweets steigt stark an, und auch die Zahl der Unternehmen die Twitter zu(Personal-)Marketingzwecken einsetzen nimmt ständig zu. Jobtweet hilft dabei den Überblick zu behalten. Seit ein paar Tagen bieten wir übrigens auch ein jobtweet Browser-Plugin an, um die Jobsuche bei Twitter noch weiter zu erleichtern.
Gruß Jan
P.S. Euer Kontaktformular ist kaputt (evtl. Captcha-Plugin nicht richtig installiert?)
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