20
Mai
2009

Standardfragen und 08/15-Antworten im Vorstellungsgespräch

Standardfragen, Standardantworten im Vorstellungsgespräch

Standardfragen wie „Was sind Ihre Stärken und Schwächen?“ oder „Wo sehen Sie sich in 10 Jahren?“ kennt im Vorstellungsgespräch jeder. Natürlich kann man solchen 08/15 Fragen auch mit 08/15 Antworten entgegnen. Doch Obacht! 9 von 10 Bewerbern glänzen hier durch Mangel an Kreativität. Personaler lieben es zwar, Standardfragen zu stellen, hassen es jedoch, Standardantworten zu bekommen. Daher sind gerade solche Fragen DIE Chance, sich von anderen Bewerbern abzuheben und einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Authentisch zu bleiben und eine gewisse Souveränität an den Tag zu legen ist hier wichtiger als die politisch korrekte Standardaussage. Hier einige Beispiele, wie man nicht antworten sollte:

  • „Ich bin teamfähig.“ Punkt.

Wenn man schon Teamfähigkeit als Stärke nennt, dann sollte man diese auch mit Belegen aus der Vergangenheit untermauern. Z.B. wo im Beruf oder auch privat diese Stärke gefragt war und inwiefern diese in der jeweiligen Situation hilfreich war.

  • „Meine Schwäche ist, dass ich zu ehrgeizig bin.“

Gäääähn, denken sich wohl die meisten Personaler, die schon wieder diese Standardantwort zu hören bekommen. Natürlich sollte man sich selbst nicht schaden, indem man alle seine bekannten Schwächen aufzählt. Trotzdem ist eine gewisse Aufrichtigkeit bei dieser Antwort von Nöten, damit man nicht den Eindruck erweckt, dass man auch bei anderen Fragen nicht ehrlich geantwortet hat.

  • „Das Gehalt ist für mich zweitrangig.“

Ist ja schön, dass man den Anschein erwecken will, dass man dem Geld keinen so hohen Stellenwert einräumt. Damit bringt man sich allerdings in keine gute Ausgangssituation für die Gehaltsverhandlungen.

  • „Ich bin genau der Richtige für die Stelle. Ich erfülle all Ihre Anforderungen.“

Inhaltslose Floskeln ohne Begründungen kommen in der Regel negativ an. Es kann der Eindruck entstehen, dass man garnicht genau weiß, welche Qualifikationen für die Stelle gefragt sind.

Wie auch schon beim Anschreiben sollte man auch im Vorstellungsgespräch durch Individualität und Kompetenz überzeugen. Ihr habt es schließlich bis hierher geschafft und wollt nun nicht durch einen Mangel an Persönlichkeit durch das Raster fallen.



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Kommentare (2):

Dienstag, 2. Juni 2009

Hallo Elisabeth, bei einigen Punkten kann ich dir zustimmen. So sind eine gewisse Offenheit, Lockerheit und ein nettes Lächeln sicherlich von Vorteil, um den Personaler von sich zu überzeugen. Trotzdem sollte man ein Vorstellungsgespräch auch mit der Ernsthaftigkeit angehen, die man benötigt, um auch zu zeigen, dass einem der Job wichtig ist. Das Auftreten und die Kleidung sind nunmal wichtige äußerliche Faktoren, die durchaus Kompetenz und Willen vermuten lassen können. Den Tipp, dem Personaler immer mit Gegenfragen zu antworten, halte ich jetzt aber nicht unbedingt für zielführend. ;)

Stephan
Montag, 1. Juni 2009

Berwerbu ngen sind die heikelsten Fallstricke, die man sich vorstellen kann. Ich an Eurer Stelle würde immer mit Charme und entwaffnender Offenheit antworten,, aber immer nur bis zu einer bestimmten Skala. Immer mit dem Motto arbeiten: überall wird nur mit Wasser gekocht und auch Pers.-Ltr. sind nur Menschen, immer mit Gegenfragen antworten…! Und . gaaanz wichtig: A u c h Personalchefs hatten mal ihren ersten Arbeitstag, das sollten sie selber nicht vergessen.!!! Und m.E. sollte von Seiten der Chefs nicht so viel auf Äußerlichkeiten geachtet werden… alles Quatsch, richtiges Deutsch und Spontanäiität sind superwichtig. Und Mädels, setzt nicht Eure “Modelmaße” ein – sondern lächelt, was das Zeug hält und zeigt eure hoffentl. schön-gepflegten Zähne. Es muß nicht eine Bewerbungsmappe von “Gucci” sein o.ä. superrichtiges Deutsch in Wort und Schrift und engl. sind mehr als wichtig. Und bloß keine Ähm-Sätze… ist ja ekelhaft. Ich muß mich Gott-Sei-Dank nicht mehr bewerben – aber mein “Gehirnkasterl” arbeitet noch wie eine Eins! ich bin weibl. und 58 J. alt. Und die Pers.-Chefs sollten sich nicht sooo wichtig nehmen….. Kinder kommen ungefragt auf die Welt und diese müssen sich dann mehr oder weniger gut durchs Leben schlagen!

Elisabeth Mittelstädt