12
Aug
2009

Weiblich, ledig, jung sucht… Job – Folge 15: Die firmeneigenen Bewerbungsformulare

tired at work

Bei manchen Firmen könnte man fast auf den Gedanken kommen: die wollen gar keine neuen Mitarbeiter! Wie sonst soll man sich erklären, dass die Bewerbungsverfahren so kompliziert wie möglich gemacht werden?

Ich habe mir ja angewöhnt, nicht nur in Jobbörsen und der Zeitung nach Stellen zu suchen, sondern teilweise auch direkt die Websites bestimmter interessanter Firmen anzusurfen oder Jobsuchmaschinen wie www.jobs.de zu nutzen. Bei fast allen größeren Unternehmen gibt es auf deren Homepage eine Jobbörse. Die ist allerdings oft nicht leicht zu finden. Da ist es vielmals einfacher, Google auf der Firmenseite nach Jobs suchen zu lassen, als sich durch den Urwald an Seiten zu schlagen, bis man auf die mit den Stellenausschreibungen gelangt.

Hat man dann eine Interessante Anzeige gefunden, wird man am Ende des Textes darüber informiert, man möge sich doch bitte auf den folgenden Seiten online bewerben. Manchmal muss man sich dafür sogar extra registrieren. Klickt man auf den darunter stehenden Link, öffnet sich das achtundsiebzigste Fenster, seit man auf der Firmenhomepage ist, und der Hürdenlauf beginnt. Zuerst die Eingabe der persönlichen Daten, zum Aufwärmen sozusagen, denn danach wird es immer komplizierter. Höchstens das Anklicken von Kästchen mit den Hinweisen auf irgendwelche Datenschutzbestimmungen o.ä. bringen zwischendurch etwas Entspannung. Ansonsten müssen Foto, Zeugnisse und Bescheinigungen hochgeladen werden – natürlich nur in bestimmten Formaten und in einer maximalen Größe. Der Upload funktioniert prinzipiell erst beim zweiten Mal, und einmal hochgeladen kann man nichts mehr ändern. Zurück-Buttons gibt es keine. Kreativ austoben kann man sich dann noch bei den selbstgestalteten Formularen mit eher vage formulierten Überschriften bzw. Fragen. Hier kann man nur seine ganze Hoffnung darauf setzen, dass man richtig versteht, was die Macher wollen.

Ist der letzte Bestätigungsbutton gedrückt, flattert innerhalb von Sekunden eine Bestätigung ins Postfach. „Vielen Dank, dass Sie sich in unserem Bewerbertool registriert haben… blablabla… werden ihre Unterlagen prüfen… blablabla… melden uns bei Ihnen …“ Das erinnert dann doch mehr an ein Forum oder irgendein anderes Social Network. Nachhaken ist meist unmöglich, da man nirgends eine Telefonnummer findet, und die Bestätigungsmail kam natürlich auch von einer noreply-Adresse. Ok, bei großen Unternehmen ist verständlich, dass man nicht alle drei Minuten einen Bewerber an der Strippe haben möchte. Kann man nur beten, dass die ganze Mühe nicht umsonst war und die Eingaben im Datennirwana verschwunden sind.

Eure Julia



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